Was ist TCM

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Eine andere Betrachtungsweise des menschlichen Körpers und seiner Gesundheit.
Der Unterschied zwischen der östlichen Heilmethode TCM und der klassischen «westlichen» Medizin liegt in der unterschiedlichen Betrachtungsweise und Wahrnehmung des menschlichen Körpers.

Die Traditionelle Chinesische Medizin ist eine ganzheitliche Medizin. Nach chinesischer Auffassung bedeutet Gesundheit ein Zustand der vollkommenen Harmonie zwischen den Organen und dem Qi (Qi = Lebensenergie); die westliche Medizin hingegen konzentriert sich mehrheitlich auf die materiellen Funktionen des menschlichen Organismus.

Die TCM geht weit über die Behandlung von verschiedenen körperlichen Symptomen hinaus. Durch die Anwendung einer oder mehrerer Therapieformen die zur TCM gehören, wird versucht, den Menschen wieder ins Gleichgewicht zu bringen, und so die gesunde Harmonie von Körper, Geist und Seele wiederherzustellen. Viele Menschen fühlen sich krank, haben aber keine schulmedizinischen Befunde. Mit Hilfe der TCM kann das zugrunde liegende energetische Ungleichgewicht erkannt werden und der Patient /die Patientin entsprechend behandelt werden.

Anwendungsbereiche der TCM

Die Chinesische Medizin ist ein ganzheitliches und eigenständiges Medizinsystem. Weil bei jeder Behandlung der Mensch im Mittelpunkt steht, wird auch dieser behandelt, ob das nun für Schmerzzustände, vegetative Störungen oder andere Gesundheitsstörungen sind. Die WHO hat aus einer Vielzahl von Studien eine Indikationsliste veröffentlicht, bei welchen Erkrankungen die Akupunktur besonders erfolgreich angewendet werden kann.

Verschiedene Therapieformen der TCM:

Akupunktur
Nach chinesischer Vorstellung fliesst Qi (Lebensenergie) in Leitbahnen durch unseren Körper. Auf diesen Leitbahnen oder Meridianen liegen die über 360 Akupunkturpunkte. Über sie können der Energiefluss und die inneren Organe gut erreicht und beeinflusst werden. Je nach Erkrankung werden dem liegenden Patienten mehrere dünne Einwegnadeln in unterschiedliche Akupunkturpunkte gestochen und zwischen 15-40 Minuten belassen.
Die Akupunktur lässt sich ergänzen durch Elektroakupunktur und die schmerzfreie Laserakupunktur.
Ohrakupunktur
Die Ohrakupunktur kann als eigenständige Methode verwendet werden oder als Ergänzung zu einer anderen Therapieform. Am Ohr befinden sich sehr viele Akupunkturpunkte, die einen Bezug zu den verschiedenen Organen und dem Körpergewebe haben.
Für eine langzeitige Wirkung werden auch kleine Metallkügelchen oder Samen auf die Punkte geklebt, welche dann mehrmals täglich mittels sanftem Druck durch die Patientin stimuliert werden kann.
Moxibustion
Das getrocknete Kraut des Beifusses (Artemesia vulgaris) wird zur Erwärmung ausgewählter Akupunkturpunkte verwendet. Man verwendet das Kraut in Form von so genannten Moxazigarren, die an der Spitze angezündet werden und nahe an die Haut gehalten werden oder als lose Moxawolle, die auf eine eingestochene Nadel aufgesetzt und angezündet wird. Es entsteht eine wohltuende Wärme, die auch eine anregende oder lösende Wirkung hat.
etc.
Schröpfen
Anstelle der Nadeln werden oft auch Schröpfgläser auf die Akupunkturpunkte aufgesetzt. Durch das Ansaugen der Hautoberfläche wird ein Vakuum erzeugt. Dieser Reiz stimuliert die Akupunkturpunkte, aktiviert die körpereigenen Heilkräfte, die Durchblutung und der Lymphfluss werden verbessert und der Stoffwechsel angeregt.
Guasha
Guasha ist eine Art von Schabtechnik auf der Hautoberfläche mit Hilfe eines löffelähnlichen Gegenstandes. Das Schaben kann von einer leichten Hautrötung bis zu einer leichten Blutung fortgesetzt werden. Damit sollen tiefe Verspannungen an die Oberfläche geholt werden. Gute Wirksamkeit bei muskulären Verspannungen und Schmerzen.

Kräuterheilkunde
Bei der chinesischen Kräuterheilkunde oder Arzneimitteltherapie werden meist pflanzliche aber auch mineralische oder seltener tierische Substanzen als Heilmittel verwendet. Je nach Diagnose wird eine klassische Rezeptur gewählt oder es werden Einzelkräuter zu einer Mischung zusammengestellt. Die Kräuter werden in Form von Tees, Granulaten oder Tinkturen angewendet. Sie können auch äusserlich angewendet werden in Form von Salben, Kräuterumschlägen und Tinkturen zum Einreiben. Chinesische Heilmittel stammen meist aus China und werden in der Schweiz auf Schadstoffe oder Toxizität geprüft.
Seit einiger Zeit werden auch westliche Kräuter verwendet, die nach den Kriterien der TCM angewendet werden.  Einige unserer Therapeutinnen bieten die westliche Kräutertherapie in ihrer Praxis an.
Ernährung
Die richtige Ernährung ist in der TCM nicht nur wichtig um Krankheiten zu behandeln, sondern auch um Krankheiten vorzubeugen. Die oberste Ernährungsregel der chinesischen Medizin ist Ausgewogenheit. Nach chinesischer Vorstellung sind nicht nur Farbe, Geschmack und Temperatur eines Nahrungsmittels wichtig für seine Wirkung sondern auch das Klima und die Jahreszeit zu der es wächst und zu der es gegessen wird.
Tui-na (chinesische Massage)
Tui-na ist eine manuelle Therapieform. Es werden Massagen durchgeführt mittels Fingerdruck, mit Hilfe des Handrückens und des Ellbogens. Dabei werden auch die Akupunkturpunkte berücksichtigt. Hauptanwendungsgebiete sind Verspannungen und die Kinderheilkunde.
Qi Gong
Traditionelle Entspannungsmethode zur Vorbeugung und Behandlung von Beschwerden. Die konzentriert durchgeführten Übungen dienen der Harmonisierung von Körper und Geist.

Die Geschichte der Chinesischen Medizin

Die Geschichte der Chinesischen Medizin datiert je nach Quelle 2500 bis 4000 Jahre zurück. Die prägenden Grundlagen basieren auf konfuzianischem Gedankengut und der taoistischen Philosophie. Dabei wurden die universellen Gesetze der Natur auf den Menschen übertragen, im gesunden wie im kranken Zustand. Was sich als sehr einfach anhört, ist in der Tat ein sehr komplexes System, das sich über die Jahrhunderte stets weiterentwickelt hat und auch bei uns immer beliebter wird.

Im Zusammenhang mit der TCM hört man verschiedene uns oft unbekannte Begriffe. Einige wichtige erklären wir folgend und möchten Ihnen so das Verständnis für die Chiesische Medizin näherbringen:

5 Elemente

Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser sind die grundlegenden Elemente, aus denen sich die materielle Welt zusammensetzt und in einer dynamischen Beziehung zueinander stehen. Sie ist eine der Grundlagen der TCM. Die Funktionen des menschlichen Körpers und seiner Gesundheit lassen sich durch die Eigenschaften der 5 Elemente erklären.

Diagnose

Eine eingehende Diagnosestellung ist in der TCM sehr wichtig. Neben Puls- und Zungendiagnose wird die Patientin über ihren Gesundheitszustand befragt. Zusammen ergibt das eine sehr individuelle Diagnose, nach welcher dann behandelt wird.

Jing

Wird als Lebensessenz bezeichnet.

Meridiane

Leitbahnen die wie ein dichtes Netz durch unseren Körper verlaufen. In den Meridianen fliesst die Lebensenergie Qi, und auf ihnen befinden sich die rund 365 Akupunkturpunkte.

Pulsdiagnose

Neben der Zungendiagnose und Befragung ein wichtiges diagnostisches Verfahren. 28 Pulsqualitäten werden unterschieden.

Qi

Qi= Lebensenergie. Sie ist die Kraft, welche innerhalb und ausserhalb des Körpers alles steuert.

Shen

Der Shen (Geist) ist die psychische Energie, unser Bewusstsein und die Gefühle.

TCM

Abkürzung für Traditionelle Chinesische Medizin

Xue

Chinesische Bezeichnung für Blut. Einer materiellen Erscheinungsform von Qi.

Yin & Yang
yingundyang

Universelles Weltgesetz der Polaritäten. Yin bedeutet die Schattenseite und Yang die Sonnenseite des Berges. Yin symbolisiert die Dunkelheit, das Kühle, das Nährende, Yang das Helle, Warme, Bewegende.

Zungendiagnose

Inspektion und Analyse des Zungenkörpers und des Zungenbelages. Wichtiges Diagnosemittel neben Pulsdiagnose und Befragung.

Weitere Informationen

Wenn Sie sich tiefer in die Materie der TCM einlesen möchten, können wir Ihnen einige Bücher empfehlen. Zur Bücherliste